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Augen

Häufig betroffen – und gut behandelbar

Bei über 50-Jährigen mit Marfan haben rund 73 % Augenveränderungen, am häufigsten eine verlagerte Linse (Ektopia lentis). Etwa jede zehnte Person, die wegen Marfan-Verdacht in eine Spezialsprechstunde kommt, wird wegen Augenbefunden überwiesen.

Typische Veränderungen sind: Verlagerung oder unvollständige Anlage der Linse, ausgeprägte Kurzsichtigkeit, grauer Star sowie ein erhöhtes Risiko für Netzhautlöcher und Netzhautablösung. Die Netzhaut kann sich dabei wie eine Tapete von der Wand lösen – ein augenärztlicher Notfall, der rasche Behandlung braucht.

Behandlung

Sehfehler werden mit Brille oder Kontaktlinsen korrigiert; bei stark verlagerter oder getrübter Linse kann eine Linsenoperation sinnvoll sein. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind wichtig, um Netzhautprobleme früh zu erkennen. Kommt es trotz allem zu einer hochgradigen Sehbehinderung, hilft ein Mobilitätstraining, sicher und selbstständig unterwegs zu bleiben.

Wichtig für Kinder

Augenveränderungen können sich bereits im frühen Kindesalter entwickeln. Kinder mit Marfan-Syndrom sollten regelmäßig augenärztlich untersucht werden – auch wenn keine Beschwerden bestehen. Eine unkorrigierte Fehlsichtigkeit kann die schulische Leistung und die Entwicklung beeinträchtigen.

Augenärztlicher Notfall: Netzhautablösung

Zeitkritisch. Sofort Augenklinik oder Notaufnahme aufsuchen – nicht warten.
Warnzeichen:

  • Plötzliche Lichtblitze im Sichtfeld, besonders in der Dunkelheit
  • Plötzliche Zunahme von Rußregen oder Glaskörpertrübungen
  • Ein Schatten oder Vorhang am Rand des Gesichtsfeldes

 

Fachlicher Hintergrund: Prof. Dr. Bernd Kirchhof, Zentrum für Augenheilkunde, Universität zu Köln.